Ein Mann skizziert eine Vektordarstellung auf einen transparenten Hintergrund

Plastisch-kosmetische Körperveränderungen durch Druck- und Zugkräfte

Die Medizin nutzt zur plastisch-kosmetischen Korrektur von Körperteilen sowohl natürliche als auch durch spezielle Expander mechanisch erzeugte Druck- und Zugkräfte.

  • Ein Beispiel für den orthopädisch wirksamen Einsatz natürlicher Druckkräfte findet sich in der Fußorthopädie. Hier nutzt der Facharzt den durch das Gewicht des Patienten auf den Fuß ausgeübten Druck, um diesen mit Hilfe einer Schuheinlage als Druckform wunschgemäß in eine gesunde Form zu deformieren.
  • Spezielle Streck- und Zugapparate (Expander) kommen in vielen medizinischen Disziplinen zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen externen und internen (implantierten) Expandern .
    • Externe Expander sind Streckgeräte, die von außen dauerhaft oder vorübergehend mit dem Körper verbunden werden. Beispiele für jederzeit abnehmbare externe Expander sind nicht mit dem Gebiss fest verbundene Zahnspangen zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen (Abb 7).

      Fest mit dem Körper verbundene externe Expander kommen bei der sog. Gliederverlängerung zum Einsatz. Die Geräte werden äußerlich auf die Extremität (z. B. ein kürzeres oder verkrümmtes Bein) aufgesetzt und mit dem Knochen fest verschraubt. Der Knochen, die Muskulatur und die Weichteile wachsen und verändern Ihre Form (Abb. 8).
    • Implantierte Expander finden beispielsweise. in der Rekonstruktionschirurgie im Rahmen einer Brustwiederherstellung Verwendung (z. B. nach einer Brustamputation wegen Brustkrebs). Im beschriebenen Fall sind die Expander im Volumen vergrößerbare Kunststoffkissen, die der Patientin unter die Haut implantiert werden. Im Laufe einiger Monate wächst diese durch den von innen durch den Expander erzeugten und kontinuierlich nachgeführten Druck wieder nach und bildet einen Hohlraum aus. Dort wird nach der Entnahme des Expanders (Abb. 9) ein dauerhaftes Implantat aus Silikon als Ersatz für das amputierte Brustgewebe eingebracht (Abb. 10). Mit Hilfe implantierter Hautexpander kann an geeigneter Stelle (z. B. im Gesicht) überschüssiges körpereigenes Hautgewebe gewonnen werden, welches dem Patienten an anderer Stelle operativ ohne Abstoßungsreaktionen wie bei Fremdgewebe von Spendern verpflanzt werden kann (Abb. 11).
Penisexpander der PeniMaster Produktfamilie
Abb. 6a
Penisexpander der PeniMaster Produktfamilie.
Penis mit daran angehängtem Kugelgewicht
Abb. 6b
Selbstgebaute Expander zur Penisvergrößerung lassen wichtige Sicherheits- und Komfortmerkmale vermissen.
Druck- und Zugkräfte

Zahnspange gegen Zahnfehlstellungen

Abb. 7
Zahnspange zur Korrektur von Zahnfehlstellungen.


Externer mit dem Knochen verschraubter Beinexpander

Abb. 8
Beinexpander, von außen fest mit dem Knochen verbunden.


Implantierbarer Hautexpander

Abb. 9
Hautexpander zur Implantation.


Weiblicher Busen, eine Seite ohne Brustwarze mit Narbe

Abb. 10
Implantierter Hautexpander nach krebsbedingter Brustamputation.


Männergesicht mit Hautwulst an der Nase

Abb. 11
Züchtung von Hautgewebe durch implantierten Expander als Vorbereitung zu einer Gesichtsoperation.

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